Die Haustür so klein, dass der Lehrer nicht durchpasst

Berliner Schüler bauen unter Anleitung von Architekten ihre Traumhäuser im Maßstab 1:1

Building Blocks
© Building Blocks

Als Kinder waren wir alle Architekten, bauten Höhlen aus Mobiliar und Decken, zimmerten Zelte aus Ästen und Planen. Die Räume statteten wir mit Geschichten aus. So wurde ein Piratenschiff, eine Burg oder ein Zirkus daraus. Multifunktionale Raumkonzeption entsprang also der Kinderfantasie, bevor sie das Effizienzdenken von Bauherren und Architekten beflügelte. Und Kinder könnten uns noch viel mehr über das Bauen und Wohnen von morgen beibringen – wenn wir sie ließen.

Kinder bauen Luftschlösser, Erwachsene Betonburgen

Das ist die Grundannahme von „Building Blocks“, einem schwedischen Ausstellungsprojekt, das die Partizipation von jungen Menschen an der städtischen Entwicklung stärken soll. Für die Umsetzung in Berlin entwarfen Kinder und Jugendliche aus fünf Stadtteilen mit unterschiedlichsten Milieus jeweils ein Gebäude. Jeder Gruppe stand ein Architekturbüro zur Seite. Die Kids sprachen mit den Architekten über Wünsche und Visionen, entwarfen Modelle und Zeichnungen. Ihre Traumhäuser wurden dann in großem Maßstab auf der Ausstellungsfläche der Nordischen Botschaften in Berlin aufgebaut. „Building Blocks“ verfolgte dabei mehrere Ziele: Neue Methoden der Beteiligung von Kindern bei künftigen Bauprozessen sollten erprobt, eine überfällige Architekturdebatte angestoßen und die Kreativität junger Menschen gefördert werden. Offenbar mit Erfolg:

Solaranlage, Rutschstange, Kaugummiautomat

Zitronenmelisse, Lavendel und Koriander begrünen das Sonnendeck des „Blickfänger“-Hauses. Das „Jupeviniti-Haus“ kommt ohne Treppen aus: Rauf geht’s an einer Kletterwand, deren zwei Schichten die Außenwand des Gebäudes bilden; runter reicht eine Rutschstange. Und die zehnjährigen Architektur-Novizen bestanden auf einem Kaugummiautomaten und einem Eingang so klein, dass der Lehrer nicht durchpasst. Muss man erst mal drauf kommen.

Begleitende Kreativworkshops

Begleitet wurde die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Dazu gehörten die Möglichkeit von Gruppenführungen, Workshops für Schulklassen, Kreativworkshops für Fachleute und Firmen sowie eine Fachkonferenz „Partizipative Stadtentwicklung“. Die Veranstaltung verband somit auf ideale Weise zwei der Förderschwerpunkte der IKEA Stiftung: Architektur und Wohnen und die Berücksichtigung der besonderen Belange von Kindern.

Antragsteller: Schwedische Botschaft, Berlin
Projekttitel: Building Blocks